Donnerstag, 31 Juli 2014

Gesundheit Kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD) - Ursachen und Symptome

Kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD) - Ursachen und Symptome

CMD ist eine Erkrankung, die sich wie eine Kettenreaktion, vom Kausystem ausgehend, in dem gesamten Körper erstreckt. Wenn man den ersten Stein in einem Dominospiel umstößt, fallen viele, weit entfernte Steine um.

Wenn der Biss nicht stimmt, bemerkt man, dass die Zähne beim lockeren Schließen nicht gleichmäßig aufeinander passen. Die Kaumuskulatur muss dann, durch zusätzlichen Kraftaufwand, für einen Ausgleich sorgen. Der Patient bemerkt dies als Verspannungen in der Hals- und Nackenmuskulatur. Diese ungleichmäßigen Anspannungen führen zu Belastung der Kiefergelenke. Dadurch können Gesichtsschmerzen, Ohren- und Kaumuskelschmerzen oder Gelenkgeräusche, wie Knacken oder Knirschen in den Gelenken auftreten. Häufig führt die Verpannung der Kaumuskeln zu Spannungskopfschmerzen, die sich vom Nacken aufsteigend entwickeln. Ein Mensch schluckt 2-3000mal den Speichel, der sich im Mund ständig sammelt, hinunter. Beim Schlucken müssen die Backenzähne präzise aufeinander passen. Wenn die Zähne den Kiefer in eine falsche Position zwingen, entstehen die Beschwerden. Der falsche Biss bewirkt dann eine falsche Kieferposition. Dieses führt zu Verspannungen und so kann ein falscher Biss, oft schleichend, die genannten Probleme auslösen. Deutlich verstärkend wirkt dabei der Stress durch Zähnepressen oder Knirschen. Der Körper versucht, mit Hilfe der Körpermuskulatur den angestauten Stress wieder abzubauen. Wenn der Biss nicht stimmt, kommt also eine Kettenreaktion durch den gesamten Körper in Gang. Wenn die Möglichkeiten der Anpassung erschöpft sind, entstehen Schmerzen und Einschränkungen. Dieses gesamte Krankheitsbild wird als Cranio-Mandibuläre Dysfuntion, kurz CMD, bezeichnet.

Symptome von CMD

Eine Vielzahl von Symptomen kann die Diagnose schwierig machen. Häufig schmerzen die Kiefermuskulatur oder die Kiefergelenke beim Kauen

Direkte CMD-Symptome

Wenn Ursache und Wirkung direkt im Kausystem liegen.

- Kiefergelenkschmerzen
- Kiefergelenkknacken
- Taubheitsgefühl im Kiefer und Gesichtsbereich
- Nervenüberreizung (Trigeminusneuralgie)
- Verspannungen und Schmerzen in der Kaumuskulatur
- Schmerzen in den Kieferknochen und Gesichtsbereich
- Durch Fehlbelastung der Zähne kommt es zu:

  • Zahnverschiebungen
  • Zahnüberempfindlichkeiten (auf Wärme, Kälte und Druck)
  • Zahnnerventzündungen (mit Folge von Wurzelbehandlung)
  • Absterben von Zähnen (und Entzündung im Kieferknochen)
  • Paradontose (Entzündung des Zahnhalteapparates)

Indirekte Symptome

Wenn Ursache und Wirkung weiter auseinander liegen.

- Spannungskopfschmerzen
- Nackenverspannungen
- Schiefhals
- Blockaden der oberen Halswirbel (Atlas-Axis Blockaden)
- eingeschränkte Kopfbeweglichkeit
- Schmerzen in der Brust- und Schulterregion
- Taubheitsgefühl in den Fingern
- Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
- Schluckbeschwerden (Klos im Hals)
- Schnarchen/ Schlafapnoe
- Erektile Dysfunktion (durch Schlafapnoe bedingte Impozenz)
- Schlafstörungen (nächtliches Aufwachen durch Schmerzen)
- Sehstörungen/ Druckgefühl hinter den Augen
- Tinnitus/ Ohrgeräusche
- Bandscheibenvorfälle in allen "Etagen" der Wirbelsäule
- Skoliosen
- Beckenschiefstand und -rotation
- Hüftgelenkschmerzen
- Schmerzen in der Leistenregion
- Knie- und Fußfehlstellungen mit den daraus resultierenden Erkrankungen

Ursachen für CMD

Die mit über 80% häufigste Ursache für Kraniomandibuläre Dysfunktion sind Behandlungen an den Zähnen. Durch Zahnbehandlungen kommt es zu einer Veränderung des funktionellen Zusammenspiels von Ober- und Unterkieferzähnen.

Durch Füllungen, Teilkronen und Kronen kann die "Verzahnung" verloren gehen. Dadurch ändert sich die Position des Unterkiefers zum Oberkiefer. Es kommt also durch Veränderung der Zahnposition zu einer Veränderung der Kieferposition. Dieses sehr wichtige Kieferposition ist notwendig, um weitere Funktionen des Mundes und der Zunge zu ermöglichen.

Nach dem Herzschlag ist die Atmung die wichtigste Körperfunktion. Um die Atmung zu gewährleisten, ist eine optimale Zungenfunktion zum Schlucken und Atmen notwendig. Um diese Funktion jederzeit und in jeder Körperlage sicherzustellen, sind diese Funktionen ganz ungewöhnlich komplex über mehrere Reflexbögen (automatisch ablaufende Funktionen) geschützt. Wenn man sich bewusst macht, welches Wunderwerk der Mund mit all seinen Funktionen darstellt, bekommt man ein völlig anderes Bild von seiner Funktion.

Es ist zum Beispiel möglich, zu kauen, zu sprechen, zu atmen und dabei die Muskulatur auch noch mimisch (für den Gesichtsausdruck) einzusetzen, ohne sich dabei zu verschlucken und ohne die Atmung längere Zeit zu unterbrechen. Diese gesamte Koordination funktioniert ohne sich auf Zunge oder Wange zu beißen und ohne sich die Zähne durch falsche Zahnkontakte zu zertören. Die Sensoren der Zähne sind so empfindlich, dass es gleichzeitig möglich ist enorme Kaukräfte einzusetzen, die mehrere hundert Kilopond betragen können, und dabei trotzdem so sensibel sind, dass der geringste, direkte Zahnkontakt (oder auch indirekte Zahnkontakt durch z. B. ein Steinchen im Essen) sofort, innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde zu einer reflektorischen (blitzschnellen) Öffnung des Mundes führt. Wenn diese komplizierten Abläufe nicht mehr einwandfrei funktionieren, versucht der Körper seine einwandtfreie Funktion Aufrecht zu erhalten oder wiederherzusrtellen. Dies geschieht durch Korrekturen im Gleichgewicht des Muskelzusammenspiels in der Kau- Kopf- Schluck- und Kopfhaltemuskulatur. Dies führt zu Dysfunktion Verspannungen und Belastungen in den Kiefergelenken, die zu Entzündungen führen können.

Entzündungprozesse können sich direkt auf das Mittelohr, also auf das Gehör und das Gleichgewichtsorgan auswirken. Zudem kommt es durch Verschiebungen des Kiefergelenks zu Nervreizungen und Versorgungsproblemen dieser Organe. Verspannungen führen zu Schmerzen in der Kaumuskulatur und zur Überbelastung der Zähne. Mit der Folge, dass die Zähne empfindlich werden und Zahnnerven sich entzünden und in der Folge sogar absterben können. Folgen sind auch Parodontose und Zahnverlust. Möglicherweise wird auch das Knirschen bei einigen Patienten dadurch angeregt. Durch die Kieferverlagerung wird der freie Raum Zwischen hinterer Zunge und Rachen verengt, dies führt zu, durch Fehlbisslagen bedingtes Schnarchen und zu Atemaussetzern, so genannter Schlafapnoe. Die Verschaltung der Kau- und Schluckmuskulatur mit den oberen Kopfhaltemuskeln im Nacken führt zu Spannungsschmerzen und Blockaden im oberen Kopfwirbel (dem Atlas). Dies Verspannungen sind oft der Ursprung für, vom Nacken aufsteigende Spannungskopfschmerzen. Nicht selten sind diese wiederum die Basis auf der Migräne entstehen kann. Durch diese Verspannungen kann es auch zu Bandscheibenvorfällen im Halswirbelbereich kommen.

Kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD) und die Behandlung

CMD ist eine Kettenreaktion: Wenn man den ersten Stein in einem Dominospiel umstößt, fallen nacheinander viele andere, weiter entfernte Steine um.

Wenn eine Kettenreaktion rückgängig gemacht werden soll, reicht es nicht sich den ersten Stein des Anstoßes wieder zurechtzurücken. Die Vorgehensweise ist wie folgt:

  1. Man macht eine Analyse/ Begutachtung der entstandenen Schäden
  2. Man erstellt einen ersten, logisch aufeinander aufbauenden Ablaufplan
  3. Die Schäden werden beseitigt, die Funktionen wiederhergestellt
  4. Der Behandlungserfolg wird beurteilt
  5. Nach erfolgreicher Behandlung wird ein Plan zur Wiederherstellung der Strukturen erstellt
  6. Es erfolgt eine ganzheitlich funktionelle Wiederherstellung der Zähne


Die ganzheitlichen Erkrankungen, die durch CMD im gesamten Körper ausgelöst werden, müssen durch speziell ausgebildete Therapeuten aus den jeweils betroffenen Fachbereichen ganzheitlich und aufeinander abgestimmt behandelt werden.

 

Kommentare  

Karsten B.
#1 CMD SymptomeKarsten B. 2012-06-25 14:58
Ich bin auch mehr als 2 Jahre von Arzt zu Arzt gelaufen und nie hat jemand die Ursache erkannt. Da bedarf es doch noch sehr viel Aufklärungsarbe it - auch auf ärztlicher Seite. Ich habe mich vor einem halben Jahr bei einem CMD-Spezialiste n in Hamburg behandeln lassen und meine Beschwerden (Kopfschmerzen, Taubheit im Gesicht) sind ganz deutlich weniger geworden.
Kai Ahlers
#2 Schmerzen im Kiefer und TaubheitKai Ahlers 2012-06-26 08:29
Ich hatte dauerhaft Kiefergelenksch merzen mit Taubheit. Meine Vermutung und spätere Diagnose war dann auch Craniomandibulä re Dysfunktion, also CMD. Es ist zum Teil sehr aufwändig die Ursachen zu ergründen. Bei wir war es eine falsche Zahnbehandlung, die schon lange zurück lag, die aber zum Glück korrigiert werden konnte. Es lag also an einer Kieferfehlstell ungen, ausgelöst durch einen minimal falschen Biss, die diese Symptome bei mir ausgelöst hat.
Christin
#3 auslöser cmdChristin 2012-07-02 16:29
Wenn beim schliessen des mundes der biss nicht passt, kann das weitreichende folgen haben und dauerhafte symptome auslösen. vielen menschen ist das bewusst, doch viele reagieren einfach viel zu spät darauf.
Anika
#4 Nicht sicher, ob es CMD istAnika 2012-08-12 20:53
Ich bin nicht sicher, ob ich an CMD leide oder nicht. Habe Kopfschmerzen und Nackenverspannu ngen, die dann auch Kopfschmerzen "von unten herauf" auslösen. Kiefer knackt beim Schließen, wenn der Mund vorher weit auf war. Habe auch Zanwanderung und daher starke Schmerzen und Übermepfindlich keit zu beklagen. Bin schon seit der Kindheit ein Knirscher, zusätzlich seit einiger Zeit auch "Presser". Zahnschiene verschlimmert die Situation, daher trage ich sie nich mehr. Morgen gehe ich zum Spezialisten und erhoffe mir endlich Schmerzfreiheit !

CMD ist zu wenig bekannt, auch unter den Ärzten. Daher die Selbstdiagnose. Hoffe, dass ich rictig liege.

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