Mittwoch, 22 Februar 2017

Frankreichs Süden, eine Landschaft voller Charme

Frankreichs Süden, eine Landschaft voller Charme

Verträumte Bergdörfer und charmante Kleinstädte, wilde Schluchten und vorzügliche Weine, mittelalterliche Schlösser, Flüsschen mit romantischen Brücken und dichte Wälder prägen die Region der Midi-Pyrenées mit den Departments Gers und Tarn.

Frankreich ist der größte Flächenstaat Westeuropas und hat 61 Mio. Einwohner. Der "tiefe Süden" Frankreichs mit seinen Regionen Midi Pyrénées und Aquitanien stellt ein außergewöhnliches Reiseziel dar, das den ganzen Charme französischer Lebensfreude in sich birgt.

Ein mediterranes Klima mit milden Wintern und sehr heißen Sommern kennzeichnen diese Regionen Frankreichs. Je mehr man sich allerdings den Pyrenäen nähert, desto strenger werden auch die Winter. Zwischen Atlantik, Mittelmeer und den weißen Gipfeln der Pyrenäen finden sich eine Vielzahl touristischer Aktivitäten, kultureller Besonderheiten und kulinarischer Hochgenüsse.

In den Pyrenäen

In Oloron Sainte Maire, das auch als Tor zu den Pyrenäen bezeichnet werden könnte, bekommt man einen ersten Eindruck von der Wildheit der Hochgebirge. Die Sturzbäche heißen hier "Gave". Die bergauf liegenden Kraftwerke entlasten ihre Stauseen über diese Gaves und so kann es gefährliche Hochwasser geben. Die Wassersportarten Kajak, Kanu und Rafting werden hier auf die sanfte Tour geboten.
Das milde Klima des Südens sowie 350 Kilometer Wanderwege zeichnen das Béarn aus. Im Vallée d’Aspe werden Eseltouren angeboten. Von hier aus könnten Sie sich auch auf die „Route de fromage“ - die Käsestraße begeben. Sie zieht sich mit vielen Windungen und Abzweigungen durch das Béarn und bietet zahllose Einkehrmöglichkeiten.

Parallel zum Vallée d’Aspe, ein wenig weiter östlich, liegt das Vallée d’Ossau. Hier können Sie mit der Seilbahn auch im Sommer auf den 2.884 Meter hohen Pic du Midi d’Ossau. Rund 10 Schäfer mit ihren Herden teilen sich das Hochtal östlich vom Pic d’Ossau. Etwa die Hälfte unter ihnen ist unter 40 Jahre alt. Für den weichen Glockenklang der Weidetiere ist Maurice Daban zuständig, der wohl letzte seines Standes – ein Sonaillier. Seit 210 Jahren ist das Handwerk Familientradition.

Pau

Der prächtige Boulevard des Pyrénées soll von Napoleon dem Ersten persönlich veranlasst worden sein. Das milde Winterklima zog seit dem 19. Jahrhundert gutsituierte Nordeuropäer vor allem aus England hierher. Mit den Prachtbauten am Boulevard ging es in den vergangenen Jahrzehnten bergab; jetzt wird über eine Neubelebung nachgedacht.

Nach Lescar, Morlàas und Orthez wurde Pau in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vierte und endgültige Hauptstadt des Béarn. Im Schloss wurde Heinrich der Vierte geboren. Der große Jagdliebhaber hat ausgedehnte Parkanlagen hinterlassen, so dass Pau als die grünste Stadt Frankreichs gilt. Fast unmerklich geht die grüne Umgebung der Hauptstadt des Béarn ins kleine Winzergebiet Jurancon über.

Route du Pastel - Färberei

Dem Geheimnis der blauen Farbe können Sie auf der Route du Pastel nachgehen. In der alten Gerberei von Lectoure färbt das grüne Kraut „Isatis Tinctoria“ (Färberwaid) den Stoff blau. Ein gebürtiger Belgier hat hier die alte Färberkunst wieder aufleben lassen und verkauft seine Produkte in einer zugehörigen Boutique.

Die ursprüngliche Hochburg der Pastelverarbeitung liegt rund hundert Kilometer östlich von Lectoure, im „blauen Dreieck“ Toulouse, Albi, Carcassonne. Hier wurde der Färberwaid angebaut, bis die Entdeckung Amerikas den Nebenbuhler Indigo ins Land brachte. Ein einzigartiges Museum der Blaufärberei im Chateau Magrin versucht zu vermitteln, wie es zur Blütezeit des Pastel im Pays de la Cocagne ausgesehen haben mag.

Das Schloss ist im übrigen Teil einer historischen Route, die 17 Städte und Stätten des Pastel beschreibt. Orte, die in der Renaissance von Anbau und Handel mit dem zarten Blau reich und somit schön erbaut werden konnten.

Landleben mit Schlössern

Die Malerin Danielle Lafouge besucht regelmäßig den Groß- und den Kleinviehmarkt von Puylaurens - ein Viehmarkt, wie er seit dem hohen Mittelalter fast unverändert allwöchentlich vonstatten geht. Danielle Lafouge und ihr Mann Alain, die eifrigen Marktbesucher, haben ein spätmittelalterliches Gehöft zu einer kleinen Pension umgebaut – künstlerischer Rat inklusive. Alain Lafouge hält seine Fotografie streng schwarzweiß. Seine Passion gilt den Schlössern, in deren Türen und Fenstern er den Zugang zur Seele des Schlosses sieht.

Zum Beispiel das Schloss Montgey, das man gerade noch als Katharerburg bezeichnen könnte. Die allerersten Konstruktionen gehen auf das 12. oder 11. Jahrhundert zurück. Wenn man es besichtigen will, ist es besser, sich vorher anzumelden – ausgenommen sind die berühmten Tage der offenen Tür gegen Ende September. Wie einst eine Burg zur Verteidigung, so wurde das Schloss Meyrague gebaut. Über den Ecktürmen befindet sich eine Art von Balkon, von dem man Waffen hinunterschleudern konnte: Steine, brennendes Öl, etc.

Im Schloss Roquevidal befindet sich neben einer Sammlung von Werken russischer Surrealisten eine Sammlung von Schreibmaschinen. Das Innere des Schlosses Malvignol, nicht weit von Albi und Lautrec, kann nur an den Tagen der offenen Tür besichtigt werden!v

Montagne Noire

Unterhalb des Dörfchens Hautpoul befindet sich das Haus des Holzes. In dem Museum darf natürlich auch gespielt werden. Hier sind Spielzeuge aus fast allen Ländern der Welt und aus sämtlichen Zeiten zu bewundern. Nebenbei erfährt man dann ganz spielerisch alles über den Wald und seine Bewohner, und zwar auf die anerkannt beste Weise: mit allen Sinnen.

Ein Abstecher in das hochgelegene Dorf Arfons lohnt sich schon wegen der schieferverblendeten Häuser. Außerdem: Für einsame Wanderungen gibt es gute Karten und meist sehr gut beschriebene und gekennzeichnete Pfade und Pisten.

Auf dem Weg in die fruchtbare Ebene von Revel empfiehlt sich ein Besuch in Sorèze. Das Städtchen zeigt sich heute in bestens restauriertem Zustand. Dafür verantwortlich gewesen sei der Zuzug von Künstlern aus dem Ausland. Holländer und vor allem Amerikaner haben sich hier niedergelassen und dem Städtchen ein neues Antlitz verliehen. Ihrem Beispiel seien dann viele Bewohner gefolgt – heißt es. Von Sorèze ist es dann ein Katzensprung nach Revel, dessen samstäglicher Markt überregional bekannt ist.

Sehenswertes

In dem Observatorium auf dem fast 3.000 Meter hohen "Pic du Midi de Bigorre" befindet sich seit vier Jahren ein spannendes Museum. Ausstellungen informieren über die Arbeit der Astronomen in verschiedenen Forschungsgebieten, wie Meteorologie, Ozonschichten und vieles mehr. Ebenso interessant: Ein Abstecher nach Toulouse in den Weltraumpark. Hier erfahren Sie für 12 Euro alles, was Sie schon immer über das Weltall wissen wollten.

Anreise

Der Hin- und Rückflug Frankfurt – Toulouse über Paris kostet bei Air France im April ab 270 €. Weitere günstige Flüge nach Toulouse bieten unter anderem die Gesellschaften Alitalia und Deutsche Lufthansa. Auf alle Tarife kommen allerdings noch Flughafengebühren in Höhe von 60 bis 90 € hinzu. Von Frankfurt über Paris nach Toulouse kommen Sie auch mit der Bahn. Bei frühzeitiger Buchung können Sie mit Aktionspreisen ab 150 € in Frankreichs Süden hin und zurück fahren. In Frankreich fahren Kinder bis 11 Jahre in Begleitung ihrer Eltern umsonst mit - in Deutschland sogar bis 14 Jahre. Mit dem Auto zahlen Sie für die einfache Strecke über Metz und Paris nach Toulouse etwa 72 € an Autobahngebühren. Wer sich nicht im einzelnen nicht um Anreise, Hotel und Verpflegung kümmern möchte, findet auch eine Vielzahl beliebter Pauschalreisen für Süd-Frankkreich.

Hausbooturlaub

In der Region Midi-Pyrénées stehen rund 800 Kilometer schiffbare Flüsse und Kanäle zur Verfügung - perfekte Bedingungen für einen Hausbooturlaub. Die Preise für einen einwöchigen Trip auf dem Wasser liegen bei dem Veranstalter France Voyages Ventelou zwischen etwa 450 und 3.500 € – je nach Bootsgröße und Anzahl der Personen.

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