Nicht jedem ist bewusst, welche Gefahren billige Grillgeräte mit sich bringen. Wir zeigen auf was Sie achten sollten, damit dem Grillvergnügen nichts mehr im Wege steht.
Auch bei preiswerten Grillgeräten sollte man auf TÜV- und GS-Prüfzeichen achten: Bei einem Blechgrill für 9,50 Euro ohne Prüfsiegel und ohne Herstellernachweis auf der Verpackung haben wir gleich mehrere Mängel festgestellt.
Bei der nach DIN-Vorschrift geforderten Kippsicherheit auf einer um 10 Grad geneigten Ebene, fiel er sofort um. Außerdem hatte er wie viele andere Billiggrills scharfe Kanten, an denen man sich verletzen kann und war wegen der schlechten Lackierung rostanfällig.
Materialien
Emaillierungen schützen meist besser vor Rost als Lackierungen. Wenn die Emaillierung aber, wie oft bei Billiggrills, zu dünn ist, platzt sie schon bei leichten Stößen ab. Folge sofort: Rost. Damit der Grill länger als einen Sommer hält, sollte man etwas mehr Geld ausgeben: z. B. für rostfreie Edelstahlgrills.
Gefährliche Grillanzünder
Fast alle Unfälle werden durch flüssige Grillanzünder (z.B. Brennspiritus) verursacht. Doch auch bei eindeutig sichereren festen Grillanzündern gibt es Qualitätsunterschiede. Grillanzünder auf Kerosinbasis qualmen und stinken stark nach Petroleum und können bei unvollständiger Verbrennung das Grillgut verderben. Besser: Holzwachs- und Parafinanzünder.
Die besten Erfahrungen haben wir mit den gängigen Parafinanzündern gemacht. Sie verbrennen mit einer hohen Temperatur und nahezu rußfrei. Im Gegensatz zu den meisten anderen Grillanzündern haben z.B. die Parafinanzünder von der Firma Starters das „DIN Certco“ Prüfsiegel. Es garantiert Nachprüfungen in regelmäßigen Abständen.
Gesundheitsbewusstes Grillen
Gepökeltes Fleisch (wie Kassler oder bestimmte Würstchensorten) gehört nicht auf den Grill, weil sich durch starkes Erhitzen Nitrate in gesundheitlich bedenkliche Nitrosamine verwandeln können.
Und damit beim Grillen kein Qualm mit krebserregenden Benzpyrenen entsteht, soll man beachten, dass kein Fett in die Glut tropft. Wird direkt über der Glut gegrillt, sollte das Fleisch also nicht fett oder durchwachsen, sondern mager sein. Wer in Öl eingelegtes Fleisch nimmt, muss es gut abtupfen.
Gesundheitsschutz durch Grillschalen
Die einfachste Lösung, um das Abtropfen von Fett in die Glut zu verhindern, sind Grillschalen. Das Fett aus dem Fleisch sammelt sich in den Rillen der Schale. Gesundheitsgefährlicher Qualm entsteht nicht.
Da die Grillschalen aus Aluminium aber meist nur ein oder zwei Grillabende überstehen, sind die haltbareren emaillierte Grillschalen besser geeignet. Die Zeitschrift Öko-Test empfiehlt die 32 x 24 cm große Grillschale von Firma Landmann für 5 Euro. Im Labortest gab die Grillschale weder gesundheitsbedenkliches Blei noch Cadmium ab.
Indirektes Grillen
Eine weitere Möglichkeit, dass Abtropfen von Fett in die Glut zu verhindern, ist das indirekte Grillen. Hier liegen Würstchen oder Fleisch nicht direkt über der Glut. Bei dem gezeigten Kugelgrill verbrennt die Kohle unten im Grill nur außen am Rand. Das Fleisch liegt in der Mitte und Fett tropft in eine Schale unten im Grill.
Vertikales Grillen
Im Vertikalgrill hängen Fleisch und Kohle nicht über-, sondern senkrecht nebeneinander. Gute Erfahrungen haben wir mit dem gezeigten Koffergrill „Mr. BBQ“ gemacht.
Damit alles gar wird, sollte man aber nur hochwertige Kohle nach DIN nehmen. Die Grillkohle befindet sich im Käfig in der Mitte des Grills. Würstchen und Fleisch werden ebenfalls in Käfige eingeklemmt und hängen rechts und links daneben. Nach Gebrauch wird der Grill wie ein Koffer zusammengeklappt.
Elektro- und Gasgrills
Auch bei Elektro- und Gasgrills können krebserregende Benzpyrene entstehen, wenn das Fett auf die Heizschlange oder die heißen Lavasteine im Grill tropft. Grillschalen sind also empfehlenswert.
Foto: CC BY-ND 2.0|Kevin Kloecker



