Freitag, 23 Juni 2017

Hilfe bei Erkältung und Grippe

Hilfe bei Erkältung und Grippe

Husten, Schnupfen, Fieber – Erkältung und Grippe im Anzug. Wie Sie sich am besten davor schützen und welche Mittel wirklich helfen, wenn es Sie bereits erwischt hat.

Was unterscheidet eigentlich eine Erkältung von Grippe?

Eine Erkältung ist in der Regel nur ein harmloser Infekt, der durch Bakterien hervorgerufen wird. Doch inzwischen sind fast immer auch Viren mit im Spiel. Man spricht dann von so genannten Mischinfekten. Im Gegensatz zu einer echten Grippe verläuft eine Erkältung ohne Fieber und Gliederschmerzen. Typische Symptome sind Triefnase, Husten, eventuell leichte Hals- und Kopfschmerzen. In 99 Prozent aller Fälle heilt eine Erkältung von allein aus.

Schnupfen – eine ernste Sache? Gerade wenn das Immunsystem ohnehin schon geschwächt ist, können die Viren auf die tieferen Atemwege oder Stirn- und Nasennebenhöhlen übergreifen. Sie verursachen dort Entzündungen. Am besten dagegen angehen, bevor der Schnupfen richtig ausbricht. Ansteigende Bäder am Abend können Wunder wirken: In die halb volle Wanne mit warmem Wasser setzen und langsam heißes Wasser zulaufen lassen, bis man richtig schwitzt. Sofort trockenrubbeln, warm einpacken und ab ins Bett.

Wann muss man zum Arzt gehen? Kommt es zu einer Superinfektion – meist in Form einer Nasennebenhöhlenentzündung –, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wird sie nicht richtig behandelt, kann sie chronisch werden.

Woran erkennt man eine Grippe?

Hat einen die Grippe erwischt, kommt es innerhalb von wenigen Stunden zu hohem Fieber bis zu 40 Grad und mehr. Schlagartig fühlt man sich unwohl, leidet unter Kopf- und Gliederschmerzen. Manchmal wird man sogar lichtempfindlich. Die Krankheit dauert sechs bis zehn Tage. Allerdings vergeht oft ein Monat, bis man wieder topfit ist.

Tipps bei Erkältung und Grippe im Web

Wie steckt man sich an? Die Ansteckungsgefahr ist sehr groß. Erzeugt werden Erkältung und Grippe zwar durch unterschiedliche Viren, aber beide Krankheiten werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Ein infizierter Mensch kann bei einem einzigen Nieser Millionen von Erregern mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h in die Umgebung pusten. Fast immer steht einer in der Nähe, der sich dabei ansteckt. Deshalb möglichst auf Abstand gehen, wenn jemand erkältet ist oder niest. Auf glatten Oberflächen wie Türklinken und Telefonhörern überleben die Viren 24 Stunden. Auf der Haut schaffen sie es immerhin 15 Minuten. Häufiges Händewaschen schützt. Sich selbst nicht ins Gesicht fassen oder die Augen reiben, damit mögliche Erreger nicht in die Schleimhäute gelangen.

Wie sicher schützt die Impfung? Das Influenzavirus besitzt die heimtückische Fähigkeit, seine Gestalt immer wieder zu wechseln. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat weltweit 110 Grippespione im Einsatz, die stets nach den neuesten Viren Ausschau halten. Dementsprechend werden jährlich veränderte Impfstoffe entwickelt. Wer sich jedes Jahr die aktuelle Grippespritze verpassen lässt, besitzt einen sicheren Schutz gegen die häufigsten Influenzaviren.

Helfen Hausmittel tatsächlich? Frösteln, ein allgemeines Unwohlsein und Appetitlosigkeit sind die Vorboten einer Erkältung. Manchmal können Hausmittel wie warme Fußbäder mit Eukalyptus oder Thymian, Lindenblütentee, Erkältungsbad oder eine Stoßbehandlung mit Echinacea oder anderen Immunstimulanzien aus der Apo- theke Schlimmeres verhindern. Vorsicht: Die Wirkung kann ins Gegenteil umschlagen, wenn die Dosierungsanleitung nicht genau befolgt wird. Kribbelt es bereits in der Nase, sollte die Nasenschleimhaut mit einer Lösung beträufelt werden, die den Wirkstoff Dexpanthenol enthält. Er regeneriert die geschädigte Nasenschleimhaut. Damit die Nase frei wird, mit japanischem Heilpflanzenöl oder Eukalyptusöl inhalieren.

Nasentropfen – Fluch oder Segen? Viele Schnupfentropfen und -sprays machen die Nase frei, indem sie die Schwellung und die Sekretabsonderung drosseln. Doch gerade die schwemmt die Erreger aus. Aus diesem Grund kann eine Überdosierung von Nasentropfen sogar eine verstärkte Schwellung auslösen. Die Nase ist dann ständig zu, sie braucht immer wieder Tropfen. Außerdem trocknet die Nasenschleimhaut aus und verliert damit ihre Schutzfunktion. Nasentropfen deshalb nur kurzfristig benutzen. Spätestens nach einer Woche wieder absetzen. Eine natürliche Alternative bei akuter Schniefnase sind Spülungen mit lauwarmem Salzwasser (ein Teelöffel Kochsalz auf 0,5 Liter abgekochtes Wasser). In die Nase hochziehen und gleich wieder ausschnauben. Salz verändert den Tonus der Schleimhaut, „trainiert“ sie, Giftstoffe besser auszuscheiden. Noch intensiver wirken Bitterstoffe aus Kräutern.

Bonbons gegen Halsschmerzen? Fast alle Halsschmerzmittel wie Tabletten, Lutschbonbons und Gurgellösungen sind nur gegen Bakterien wirksam, nicht aber gegen Viren. Wird der Rachen zu oft mit den Bakterien tötenden Mitteln bombardiert, gehen dabei viele nützliche Bakterien mit zu Grunde. Die Rachenflora wird gestört, und die Anfälligkeit für Infekte steigt. Besser ist es, schon bei den ersten Schluckbeschwerden über Nacht einen feuchten Wickel anzulegen. Weitere entzündungshemmende Maßnahmen: Tagsüber mehrmals mit Salzwasser (1 Teelöffel Salz in ein Glas warmes Wasser) oder verdünnter Thymiantinktur (15 Tropfen auf ein halbes Glas Wasser) gurgeln. Fertige Gurgellösungen, so genannte Adstringenzien, enthalten Aluminiumchlorat, Ratanhia oder Myrrhe. Zum Trinken empfiehlt sich Salbei-, Kamillen- oder Eibischblättertee.

Das stärkt die Abwehrkräfte

Sauerstoff kräftigt die Atemwege. Täglich eine halbe Stunde spazieren gehen. Dabei durch die Nase einatmen. Regelmäßige Saunagänge und Wechselduschen steigern die Abwehrkräfte. Naturheilkundler empfehlen eine Eigenbluttherapie mit sieben bis zehn Behandlungen in einwöchigem Abstand. Genügend Schlaf ist wichtig, weil das Immunsystem nachts besonders aktiv ist. Bei der Ernährung auf ausreichend Vitamine, Spurenelemente und Vitalstoffe achten (Obst, rotes und gelbes Gemüse, grüne Salate, Fisch). Reichlich Vitalstoffe liefern frisch gepresste Fruchtsäfte. Der wichtigste Immuntreibstoff ist das Vitamin C. Enthalten ist es in Zitrusfrüchten, Paprika, Sanddorn und Kiwis und wirkt gegen Bakterien- und Virusinfektionen. Empfohlene Tagesdosis: 100 mg. Das entspricht 200 g Zitronen, 100 g Kiwi oder 70 g roher Paprika.

Wann hilft Homöopathie? Vorbeugen lässt sich am besten mit Pflanzen aus der Phytotherapie. Die Homöopathie ist erst für die Akutphase von Infekten zuständig. Sie geht auf die entsprechenden Symptome ein. Beispiele: Aconitum C 30 (Eisenhut), wenn der Infekt akut einsetzt. Symptome: Fieber ohne Schweiß, großer Durst. Belladonna C 30 (Tollkirsche) bei hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und kalten Händen und Füßen. Bryonia C 30 (Zaunrübe) hilft gegen trockenen Husten. Einen fertigen Mix dieser Wirkstoffe gibt es als Tropfen in der Apotheke („Infigripp“).

Diese Naturprodukte stimulieren das Immunsystem: Echinacea purpurea (roter Sonnenhut) und Echinacea angustifolia (schmal-blättriger Sonnenhut) sind altbewährt als abwehrsteigernde Pflanzen. Vorbeugend wirken auch Wasserdost (Eupatorium) und Taigawurzel (Eleuthe-rococcus senticosus). Artemisia absinthium (Wermut) besitzt einen allgemein leistungssteigernden Effekt bei Grippe und Infektionskrankheiten. Bienenprodukte wie Gelée Royale und Propolis mit viel Vitamin B haben anti-bakterielle Wirkung. Uncaria tomentosa gilt als Energiespender fürs Immunsystem. Das tropische Schlinggewächs aus der Indianermedizin gibt es in Kapselform in der Apotheke. „Bitterstern“ aus 18 bitterstoffhaltigen Pflanzen aktiviert die Darmschleimhaut, damit Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente überhaupt erst aufgenommen werden können.

Warum ist Zink so wichtig? Das Mineral Zink ist maßgeblich beteiligt an der Bildung der Abwehrzellen und aktiviert über 200 Enzyme, die den Körper vor gesundheitsschädigenden Einflüssen schützen. Mindestens 15 mg Zink braucht der Körper pro Tag. Gedeckt wird der tägliche Bedarf durch 200 g Rindfleisch, 75 g Krabben oder 300 g Linsen. Die Infektvorbeugung in der Erkältungszeit unterstützen Zinktabletten. Empfehlenswert ist das Powerteam Zink und Vitamin C (in Form von Brausetabletten, z. B. „Frubiase mit Zink“, erhältlich).

Grippe – Im Herbst impfen lassen!

Die Bilder gleichen sich: Erst wenn die Grippewellen aus anderen Ländern zu uns überschwappen, meist von Dezember bis Februar, bricht eine regelrechte Impfpanik aus. Jeder eilt zum Hausarzt, um sich noch schnell impfen zu lassen. Meistens ist es dann nicht mehr sinnvoll. Einerseits dauert es nach der Impfung zwei bis drei Wochen, bis der Impfschutz sich aufbaut. Zum anderen mehren sich mit Beginn der kalten Jahreszeit kleinere Infekte und Erkältungen mit Halsschmerzen oder Schnupfen. Das Immunsystem ist damit vollauf beschäftigt, deshalb darf in dieser Zeit nicht geimpft werden. Die Impfung sollte daher rechtzeitig vor Beginn der Grippesaison vorgenommen werden, am besten bereits im Herbst – in den Monaten September und Oktober.

Wie gefährlich ist die Grippe? Nicht jede Erkältung ist eine Grippe. Zwar sind in beiden Fällen Viren die Krankheitserreger, doch verläuft eine Infektion mit Influenzaviren („Grippeviren“) deutlich schwerer als ein banaler grippaler Infekt durch andere Erkältungsviren. Welche Infektion vorliegt, können Sie mit einem Test herausfinden:


Wer sollte sich impfen lassen? Von allen Infektionskrankheiten sterben hierzulande an der echten Virusgrippe (Influenza) die meisten Menschen. Besonders betroffen von schweren Verläufen und Todesfällen sind ältere Menschen sowie Personen, die wegen einer vorbestehenden Grunderkrankung in ihrer Widerstandsfähigkeit geschwächt sind. Daher ist eine rechtzeitige Grippeschutzimpfung dringend angeraten für:

Alle Personen über 60 Jahren (die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nimmt mit dem Lebensalter ab) Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Lungenleiden wie Asthma oder Bronchitis, chronische Nierenleiden, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus. Diese Erkrankungen schränken die Leistungsfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit des Körpers und des Immunsystems stark ein. Menschen mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel nach Organtransplantationen oder bei bestimmten Krebsleiden.

Die Impfempfehlung erstreckt sich zudem auf diejenigen, die mit vielen Menschen in Kontakt kommen und damit einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, d.h. auf Ärzte und Praxispersonal, Schwestern und Pfleger sowie Lehrer, Busfahrer und Kaufhauspersonal.

Bereits ein bis zwei Tage vor Ausbruch der Krankheit ist die Virusgrippe ansteckend. Ein Pfleger im Altenheim, der sich vielleicht bei der morgendlichen Busfahrt zur Arbeit Grippeviren eingefangen hat, könnte sämtliche Bewohner seiner Pflegestation anstecken, bevor er etwas von der Infektion bemerkt.

Wo kann ich mich impfen lassen? Jeder kann sich impfen lassen, auch wenn er nicht zu den Risikogruppen zählt. Ansprechpartner ist der Hausarzt, der Betriebsarzt oder in Alten- und Pflegeheimen der Heimarzt. Älteren Menschen und Personen mit chronischen Grunderkrankungen wird dabei zur gleichzeitigen Impfung gegen Pneumokokken geraten, den Erregern der Lungenentzündung. Anders als die Grippe-Impfung muss die Pneumokokken-Impfung aber nur alle sechs Jahre durchgeführt werden. Die anfallenden Kosten für beide Impfungen werden von den Krankenkassen übernommen.

Ist die Impfung auch für Kinder und Schwangere geeignet? Kinder können bereits ab dem sechsten Lebensmonat gegen Grippe geimpft werden. Gerade für Kinder gilt aber wieder die Unterscheidung: Nicht jede Erkältung bei Kindern ist eine ernste Virusgrippe. Im Verlauf einer Grippe bei Kindern sind zusätzliche Komplikationen wie weitere Atemwegsinfekte möglich. Der Zeitplan der empfohlenen Impfungen für Kleinkinder gegen Infektionskrankheiten ist aber bereits so voll, dass zu einer regelmäßigen Grippe-Impfung bei Kindern nicht geraten wird. Anders liegt der Fall natürlich bei Kindern mit chronischen Grunderkrankungen – hier gelten dieselben Empfehlungen wie für Erwachsene.

Schwangere sollten sich mit ihrem Frauenarzt besprechen. Zur Impfung wird generell geraten, wenn weitere Grundleiden vorliegen. Auch der voraussichtliche Entbindungstermin und Krankenhausaufenthalt in der Grippesaison kann für eine Schutzimpfung sprechen. Die Impfung kann ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft erfolgen.

Neu sind Impfstoffe, die nicht mehr gespritzt werden müssen, sondern als Spray auf die Nasenschleimhaut aufgebracht werden. Besonders für Kinder ist diese Form der Anwendung ideal. Intensiv wird auch an einem Universal-Impfstoff gegen Grippe geforscht, der mehrere Jahre auch gegen neu auftretende Varianten des Virus helfen soll. Da der Virus seine Oberfläche jedes Jahr verändert, also gewissermaßen immer ein neues Kleid besitzt, werden bisherige Impfstoffe nach einem Jahr wieder unwirksam.

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