Freitag, 23 Juni 2017

Schwachstelle Knie: Hilfe für die Gelenke

Schwachstelle Knie: Hilfe für die Gelenke

Stehen, laufen, beugen, drehen: Was für uns meist ganz automatisch abläuft, bedeutet für unsere Kniegelenke Schwerstarbeit. Das Kniegelenk ist nicht nur das komplizierteste, sondern auch eines der am meisten beanspruchten Gelenke.

Unsere Knie müssen viele Anforderungen erfüllen. So müssen sie beim Gehen beweglich sein, beim Stehen aber sollen sie uns Halt geben. Eine wahre Meisterleistung. Und bei jeder Bewegung lastet auch unser gesamtes Körpergewicht auf den Kniegelenken. Bis zu 1,5 Tonnen Gewicht kann das Knie sogar kurzfristig aushalten.

Schmerzen im Knie gehören für 5 bis 10 Millionen Bundesbürger zum Alltag. Das heißt aber auch: Statt sich und ihre Knie aktiv zu bewegen, lassen sie ihren Tag lieber auf der heimischen Couch ausklingen. Doch was sich zunächst gemütlich anhört, ist in Wirklichkeit eine massive Einschränkung der Mobilität. Und die Beschwerden werden dadurch auch nicht besser.

 

Bewegung: Ein perfektes Zusammenspiel

Wie alle Gelenke ist auch das Kniegelenk von einer Gelenkkapsel umschlossen. Das ist wichtig, denn die äußere Schicht der Kapsel schützt das Gelenk vor Verletzungen. Die innere hingegen produziert Gelenkschmiere und versorgt den Gelenkknorpel mit Nährstoffen. Damit sich die Gelenkschmiere aber ausreichend verteilen kann, ist Bewegung wichtig. Nur dann kann das Knie reibungslos arbeiten.

Bei jeder Bewegung beginnt erneut ein komplexes Zusammenwirken von Muskeln, Bändern, Sehnen und der Kniescheibe. Nur wenn sie alle exakt zusammenarbeiten kann das Knie mühelos gebeugt oder gestreckt werden.

Dabei beginnt eine Bewegung immer gleich. Zunächst rollt der Oberschenkel auf dem Schienbein nach hinten. Ab einem bestimmten Beugewinkel, etwa bei 10 bis 20 Grad, geht die Rollbewegung dann in ein Gleiten über. Erst dann ist eine Drehung möglich.

Die Bänder im Kniegelenk sorgen für eine zusätzliche Stabilität. Dabei hat jedes von ihnen eine ganz spezielle Aufgabe. So verhindern die inneren und äußeren Seitenbänder das Abknicken eines gestreckten Knies. Denn erst bei einer Beugung werden die Seitenbänder lockerer und das Knie kann gedreht werden.

Bei den Kreuzbändern hingegen ist der Name Programm. Denn im Stehen sehen sie die in der Mitte des Knies liegenden Bänder aus, als würden die sich überkreuzen. So können sie eine Verschiebung zwischen dem Ober- und dem Unterschenkel gut verhindern.

Die Innen – und Außenmenisken wiederum liegen wie ein Puffer zwischen Oberschenkel und Schienbein. Durch ihre halbmondartige Form schützen sie den empfindlichen Gelenkknorpel. Und auch Stöße federn sie so gut ab, denn die Menisken sind relativ weich.

 

Wenn den Kniegelenken Gefahr droht

Eine falsche Bewegung beim Sport, eine ruckartige Verdrehung oder ein Tritt gegen das Bein können ausreichen, und die Bänder im Knie reißen. Meist macht sich das durch einen stechenden Schmerz im Kniegelenk bemerkbar. Die Behandlungsmethoden sind davon abhängig welches Band letztlich betroffen ist. So kann bei einer Verletzung des Innenbands eine Schiene oder Krankengymnastik ausreichen, während Kreuzbandverletzungen operiert werden müssen.

Seitenbandverletzungen:

Im Normalfall stabilisieren die Seitenbänder das Kniegelenk. Verletzungen drohen ihnen aber bei einer seitlichen Gewalteinwirkung - wie etwa beim Skifahren. Je nach Krafteinwirkung kann das Band dann sogar reißen.

Kreuzbandverletzungen:

Gerade das vordere Kreuzband ist eine wichtige Stütze im Knie. Wenn es aber reißt, wie bei einem starken Tritt gegen den Unterschenkel, verliert das Kniegelenk seine Stabilität. Die Folge: der Oberschenkelknochen kann über den Unterschenkel rutschen und sich verdrehen. Um das Kniegelenk zu schonen und weitere Verletzungen zu verhindern, sollte man so schnell wie möglich einen Orthopäden aufsuchen.

Meniskusverletzungen:

Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu etwa 300.000 Meniskusverletzungen. Denn meist reicht schon ein Sturz oder eine plötzliche Drehung und der Meniskus reißt. Aber auch bei starken Kniebeugen können ungemerkt kleine Risse im Meniskus entstehen. Oftmals bemerken wir diese Minimalverletzungen aber gar nicht. Das ist ein Problem, denn durch die Risse nutzen sich die Gelenke langsam ab. Daraus kann eine Arthrose entstehen. Ähnliches droht bei einem altersbedingten Verschleiß, für den die Puffer im Gelenk besonders anfällig sind.

Kniescheibe:

Gerade bei großen Beugungen und Streckungen entsteht ein enormer Druck – und der lastet dann auch auf der Kniescheibe. Daher sollte die Kniescheibe nicht zu stark belastet werden. Und auch der Kniescheibenknorpel muss große Belastungen aushalten.

 

Arthrose - und was dann?

Der gesunde Gelenkknorpel garantiert die reibungslose Bewegung. Denn er verteilt die Belastung so auf die Gelenkflächen, dass die empfindlichen Knochen vor einem Abrieb geschützt werden. Allerdings können Verletzungen, Fehl- oder Überbelastungen dazu führen, dass die Schutzfunktion des Knorpels abnimmt. Gleichzeitig wird auch das Knorpelgewebe langsam immer dünner und reißt ein. Der geschädigte Knorpel aber kann das Körpergewicht nicht mehr gleichmäßig auf die Gelenke verteilen.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Lifestyle

Service & Ratgeber