Mittwoch, 22 Februar 2017

Entlang des Douro zwischen grünen Hängen und Weinbergen

Entlang des Douro zwischen grünen Hängen und Weinbergen

Weinhang in PortugalIn Porto wird er verkauft und verschifft, an den Hängen des Douro wächst er: der Portwein. Ein Ausflug den Fluss hinunter bietet sich an. Wegen der gewundenen Straßen im Hinterland sind Schiffe das schnellste Fortbewegungsmittel zwischen den Orten am Fluss und Porto.

Wer Weinproben machen möchte, oder eine Tour in die Weinanbaugebiete, erkundigt sich am besten in den Weinkellern Portos. Für Touristen gibt es besondere Ausflugsboote für ein- und auch mehrtägige Flusstouren, die kürzeste dauert eine Stunde, die längste ein ganzes Wochenende.

925 Kilometer fließt der Douro zwischen grünen Hängen und Weinbergen dahin - von Spanien bis in den Atlantik. Von Porto aus geht die Reise mit dem Boot in die entgegengesetzte Richtung. Die in der Sendung vorgestellte Tour nach Piniao dauert rund acht Stunden. Auf dem Nachbau eines historischen Portweinschiffes führt die Reise mitten hinein ins Anbaugebiet der Portwein-Trauben.

Längst sind auch hier viele alte Familienunternehmen zu Konsortien und Gesellschaften umgestaltet und Landsitze in Hotels verwandelt worden. Inmitten eines üppigen barocken Gartens liegt die "Pousada Solar da Rede". Pousadas sind staatliche Nobelherbergen, die meist in historischen Gebäuden untergebracht sind. Eine Übersicht finden Sie auf der Internetseite www.pousadas.pt - Doppelzimmer kosten zwischen 90 und 150 Euro.

Wein wird in "Pousada Solar da Rede" seit Jahren nicht mehr produziert. Stattdessen können Gäste im ehemaligen Herrenhaus Ruhe und Luxus eines erstklassigen Hotels genießen. Die Einrichtung der 29 Zimmer erinnert an die großbürgerliche Ausstattung der einstigen Bewohner, und der Salon könnte mit seiner blau-weißen Kacheldekoration typischer nicht sein.

Das so genannte Pais do Vinjo erstreckt sich 120 Kilometer den Fluss entlang. Diese Region ist das älteste verbriefte Weinbaugebiet der Welt - und nur hier darf der Portwein erzeugt werden, der vor 325 Jahren von den Engländern „erfunden“ wurde. Um ihren geliebten portugiesischen Rotwein haltbarer für den Export zu machen, mischten sie Branntwein bei – und so war der Port geboren.

Glas PortweinRebstöcke bestimmen die Landschaft bis weit ins Landesinnere. Umgeben von Weinbergen liegt auch das Bischofsstädtchen Lamego rund 20 Kilometer südlich des Flusses. Sehenswert ist die barocke Wallfahrtkirche des Ortes. Zu ihren Füssen wechseln sich Kirchen und stattliche Bürgerpaläste ab. Das alte Zentrum von Lemago ist von Bischöflichem Reichtum geprägt. Aber: schon die Seitenstraßen sind wenig attraktiv.

Noch eine besondere Art zu übernachten ist der Turismo de Habitaçao, der besonders für Nordportugal typisch ist. Bei dieser Edelvariante des Urlaub auf dem Bauernhof wohnt man in alten Weingütern oder Herrensitzen. Da oft nur wenige Betten zur Verfügung stehen, sollte man sich rechtzeitig anmelden.

Ein Beispiel: Im Örtchen Chanceleiros unweit der Boots-Anlegestelle Piniao, hat sich das deutsche Ehepaar Böcking einen Traum erfüllt – einen Landsitz in Portugal. Wo einst nur noch Ruinen übrig waren, steht jetzt wieder ein repräsentatives Herrenhaus: der „Casa do Visconde de Chanceleiros“. Es hat seine Türen für Gäste geöffnet, die hier einen Mix aus Alt und Neu, Portugiesisch und Deutsch erleben. In der riesigen, restaurierten Küche wird für alle gekocht, im Zimmer mit Ausblick gespeist.

Ursula Böcking betreut ihre Gäste persönlich und weiß ganz nebenbei so Einiges über Portugal zu erzählen – das ist der "Tourismus mit Familienanschluss". Touristen, die auf eigene Faust die Douro-Region erkunden, finden bei den Böckings ein bißchen vertraute Heimat. Gerade in dieser Gegend Portugals nicht verkehrt, denn vieles ist noch nicht so organisiert und wenn man sich zurechtfinden und Verstecktes entdecken will, muss man ein bisschen mutig sein.

Nur wer sich nicht scheut nachzufragen, findet auch die versteckten Portweinkeller. Kaum eine Quinta am Douro bietet reguläre Weinproben an. Wer die Tropfen probieren möchte, muss sich meist selbst um Einlass kümmern. Bei kleineren Weingütern lassen sich die Hausherren vielleicht spontan überreden - die großen Hersteller öffnen ihre Türen dagegen normalerweise nur angemeldeten Gästen.

Die Bahnstrecke entlang des Douro gehört zu den schönsten in Portugal. Ebenso wie der verschlafene Bahnhof in Piniao, dessen Kachelbilder die Wartezeit versüßen. Sie erzählen von der Portweinproduktion in früheren Zeiten. Wer mit dem Boot nach Piniao gefahren ist, kann bis nach Porto zurück mit dem Zug fahren.

Besonders attraktiv ist die Strecke zwischen Piniao und Regua. Hier ist eine historische Dampfeisenbahn, mit restaurierten Wagons aus dem Jahr 1925, unterwegs. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden und kostet hin- und zurück rund 30 Euro. Der Zug ist eine Touristenattraktion, die aber auch von einheimischen Passagieren genutzt wird. Auf hölzernen Bänken und mit portugiesischer Folkloremusik geht es dann in Richtung Westen - eine imposante Qualmwolke immer voraus.

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