Mittwoch, 23 August 2017

Bei Spesenbetrug droht fristlose Kündigung

Bei Spesenbetrug droht fristlose Kündigung

Er gilt immer noch als Kavaliersdelikt: der Spesenbetrug. Dass dieser Betrug eine Straftat ist und harte Konsequenzen fürs Arbeitsverhältnis haben kann, ist den Missetätern meistens nicht bewusst.

Der jährliche Schaden für die Unternehmen geht in die Millionenhöhe. Von siebenstelligen Summen wird gesprochen, doch Genaues weiß man nicht; denn Spesenbetrug ist auch für die bestohlenen Firmen ein Tabu-Thema: Es könnte dem eigenen Image schaden.

Nur soviel steht zweifelsfrei fest: Spesenbetrug ist strafrechtlich gesehen Betrug und eben kein Kavaliersdelikt. Der prototypische Täter lässt sich genau beschreiben: Er ist männlich, 44 Jahre alt, verheiratet, sozial integriert und nicht vorbestraft. In der Regel arbeitet er im Außendienst seiner Firma.

Spesenbetrug ist kein Kavaliersdelikt

Als vielreisender Außendienstler gehört es zu den Gepflogenheiten, die im Rahmen der Berufstätigkeit anfallenden Kosten zum Beispiel fürs Hotel, die Bewirtung und fürs Benzin erst einmal selbst zu verauslagen, um sie sich nachher gegen Vorlage der Quittungen vom Arbeitgeber erstatten zu lassen.

Doch: Gelegenheit macht bekanntlich Diebe. Der Spesenbetrüger präsentiert seiner Kostenstelle überhöhte Bewirtungsbelege, frisierte Hotelrechnungen und ein paar Tankquittungen zuviel, um sich ein kleines Zubrot zu verschaffen.

Kommt sein Betrieb dahinter, wie er übers Ohr gehauen wird, dann kann es den Delinquenten seinen Job kosten. Wenn nicht sofort, dann später. Selbst der einfache Außendienstmitarbeiter kann schon bei einem einzigen Betrugsversuch von der außerordentlichen Kündigung bedroht sein, wenn ein paar ungünstige Umstände zusammenkommen.

Betrügern droht die fristlose Kündigung

Mit einer ordentlichen Kündigung muss er rechnen, wenn er eine besondere Vertrauensstellung genießt. Für Außendienstler ist das regelmässig der Fall, da sie ja selbständig und eigenverantwortlich arbeiten. Die außerordentliche Kündigung steht dann an, wenn auf die erste noch eine zweite Straftat draufgesattelt wird - nämlich die Urkundenfälschung. Manche Arbeitgeber greifen auf Spezialisten zurück, die Verdachtsfällen nachgehen, um auch im Falle einer Anfechtung der fristlosen Kündigung, gerichtsverwertbare Dokumentation aller Ereignisse vorweisen zu können.

Um den Spesenbetrug zu verdecken, werden häufig Unterschriften gefälscht, Belege zurückdatiert und Geldbeträge abgeändert. Jeder Richter wird dem Arbeitgeber bestätigen, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem solchen Mitarbeiter nicht mehr möglich ist. Der Spesenbetrüger kann von Glück sagen, wenn er mit einer Abmahnung davon kommt.

Ganz unschuldig sind die bestohlenen Unternehmen an diesem Phänomen nicht. Psychologen haben herausgefunden, dass die Hemmschwelle für den Spesenbetrug in dem Maße sinkt, wie sich der Arbeitnehmer von seiner Firma schlecht behandelt fühlt und unzufrieden ist. Doch wie immer sich Ursache und Wirkung gestalten mögen: Den Preis zahlen die Verbraucher.

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