Donnerstag, 23 März 2017

Wie sinnvoll sind Sterbeversicherungen?

Wie sinnvoll sind Sterbeversicherungen?

Die Idee der Sterbegeldversicherung ist nicht die schlechteste: Sie deckt eine vereinbarte Versicherungssumme ab und zahlt sie an die nächsten Angehörigen oder eine andere Bezugsperson im Todesfall. Doch wie sinnvoll sind diese Policen wirklich?

Bei den meisten Sterbeversicherungen müssen Sie mindestens 40 Jahre alt sein. Ein Grund dafür ist, dass ein junger Mensch an alles denkt, was er versichern kann und muss, aber dazu gehört selten eine Vorsorge für die eigene Beerdigung. Auch die Beitragszeiten sind ähnlich lang. Bei einem Eintrittsalter bis zum 75. Lebensjahr erfolgt die Beitragszahlung bis zur Vollendung des 85. Lebensjahres. Bei einem Eintrittsalter zwischen 76 und 85 Jahren erfolgt die Beitragszahlung in der Regel lebenslang. Und selbst dann kommen Sie nicht an Ihr Geld. Die Laufzeit der Versicherung geht oft bis zu ihrem 100. Geburtstag. Erst dann wird ausgezahlt.

Viele Versicherer werben damit, dass Sie ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen werden. Das könnte eine gute Nachricht für Menschen in schlechten Zeiten sein. Also vielleicht für kranke Menschen. Aber die Sache mit dem Verzicht auf die Gesundheitsprüfung hat natürlich einen Haken: Es gibt eine Wartezeit. Einige Versicherer zahlen ab dem ersten Monat nach dem Ableben einen kleinen Teil der vereinbarten Versicherungssumme, bei anderen muss bis zu drei Jahre gewartet werden, bevor es Geld gibt. Ein Vergleich der Versicherungsgesellschaften ist daher dringend anzuraten. Die Berechnung der Beiträge kann dazu in der Regel schon auf der Website der Versicherer vorgenommen werden.

Die monatlichen Beiträge klingen im Grunde moderat, aber letztlich sind die Versicherungssummen auch sehr klein. Und je länger der Versicherungsnehmer lebt, desto schlechter ist es für die Rendite. Zudem lassen die Kosten für Provisionen, Verwaltung und Risikorücklagen bei kleinen Versicherungssummen keine Überschüsse zu. Jedenfalls nicht für die Versicherten. Und je älter der Versicherte ist, desto teurer wird die monatliche Prämie. Wer viel Geld im Alter übrig hat, hat mit Sicherheit auch genügend Geld, ohne Probleme vom Selbstgesparten eine Beerdigung zu bezahlen.

Eine Variante der Sterbegeldversicherung ist die Bestattungsvorsorge. Damit können Sie selbst schon jetzt Ihre Beerdigung mit dem Bestatter absprechen und bezahlen. Gut für die, die entweder alleine sind oder nicht irgendjemandem zur Last fallen wollen. Aber auch die Bestattungsvorsorge hat ihren Preis. Hier werden keine monatlichen Beiträge fällig, sondern eine Einmalzahlung. Und da muss ein 40-Jähriger für 5.000 Euro Beerdigungskosten sofort 3.200 Euro hinlegen.

Was ist zu tun? Den Tipp gibt es nicht. Einer ist jedoch immer wieder zu lesen: Risikolebensversicherung plus Sparen lautet die allgemeine Empfehlung. Sicher, eine Risikolebensversicherung ist billig und die Prämie der Sterbegeldversicherung können Sie dann sparen. Eine Risikolebensversicherung bieten aber die meisten Lebensversicherungen nur bis zum 65. Lebensjahr an. Und dann? Wer will sich schon so früh verabschieden, nur damit die Versicherung zahlt?

 

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